STARKE PACE BLEIBT UNBELOHNT: PECHWOCHENENENDE FÜR MARKUS POMMER IN MONZA

06. August 2026 Zurück zur Artikelübersicht »

Markus Pommer und BWT Mücke Motorsport erlebten beim dritten Saisonlauf des Prototype Cup Europe in Monza ein Wochenende mit zahlreichen Rückschlägen. Trotz konkurrenzfähiger Geschwindigkeit verhinderten technische Probleme, eine Startplatzstrafe und ein ungewöhnlicher Zwischenfall im zweiten Rennen die erhofften Spitzenresultate.

Monza. Bereits beim offiziellen Test am Mittwoch verlor das Team aufgrund eines technischen Defekts wertvolle Fahrzeit. Dennoch gehörte Markus Pommer von Beginn an zu den schnellsten Fahrern im Feld. Auch in den beiden freien Trainings zeigte sich der Heilbronner mit dem Duqueine D09 zufrieden.

„Wir konnten am Mittwoch leider nicht das komplette Programm absolvieren und wurden dadurch etwas zurückgeworfen. Trotzdem war unsere Pace von Beginn an sehr gut. Auch in den freien Trainings war ich mit dem Auto zufrieden und wir konnten unser Programm weitgehend wie geplant abarbeiten“, erklärt Pommer.

Aufholjagd im ersten Rennen
Das erste Qualifying übernahm Pommers Teamkollege Mads Kjelde Larsen. Aufgrund einer noch vom Nürburgring stammenden Startplatzstrafe musste der Däne jedoch aus dem hinteren Teil des Feldes in das Rennen gehen.

Nach dem Fahrerwechsel begann Pommer eine Aufholjagd und schloss mit schnellen Rundenzeiten zu den vorausfahrenden Fahrzeugen auf. Der zuvor entstandene Rückstand war jedoch zu groß, um noch entscheidend in den Kampf um die Spitzenplätze einzugreifen.

Zusätzlich erschwerten die unterschiedlichen Mindeststandzeiten bei den Pflichtboxenstopps die Aufholjagd. Einige Konkurrenten mussten bis zu 15 Sekunden kürzer an der Box stehen.

„Meine Pace im ersten Rennen war sehr gut und ich konnte deutlich auf die Fahrer vor mir aufholen. Der Abstand war aber einfach zu groß. Wenn andere Fahrzeuge zusätzlich wesentlich kürzere Standzeiten haben, lässt sich das auf der Strecke kaum noch kompensieren.“

Pommer und Larsen beendeten den ersten Lauf auf dem siebten Platz.

Defekt verhindert Angriff auf die Pole-Position
Nach der starken Rennpace ging Pommer hoch motiviert in das zweite Qualifying. Nach seiner deutlichen Pole-Position beim vorherigen Rennwochenende auf dem Nürburgring war auch in Monza die erste Startreihe das erklärte Ziel.

Bereits in seiner ersten schnellen Runde lag Pommer auf dem zweiten Platz. Als leichter Regen einsetzte und er zum nächsten Angriff ansetzte, trat jedoch ein Defekt an der vorderen Karosserie auf. Eine Befestigung der Fahrzeugnase brach, wodurch der gesamte Vorderwagen stark zu vibrieren begann.

„Nach meiner ersten Pushrunde lag ich bereits auf Platz zwei. Dann ist vorne am Fahrzeug etwas gebrochen. Die Nase war locker und das ganze Auto hat extrem vibriert. Ich musste sofort in die Box fahren und konnte das Qualifying nicht fortsetzen.“

Da Pommer nur eine schnelle Runde absolvieren konnte, musste er das zweite Rennen vom letzten Startplatz aufnehmen.

Keine Sicht durch Öl auf der Windschutzscheibe
Pommer erwischte einen guten Start und bereitete die nächste Aufholjagd vor. Wenige Minuten vor Öffnung des Boxenstoppfensters verlor das unmittelbar vorausfahrende Fahrzeug jedoch große Mengen Öl.

Innerhalb kürzester Zeit war die Windschutzscheibe des Duqueine so stark verschmutzt, dass Pommer praktisch keine Sicht mehr hatte. Er musste das Tempo deutlich reduzieren und früher als geplant zum Fahrerwechsel an die Box kommen.

„Ich habe überhaupt nichts mehr gesehen. In dieser Situation geht die Sicherheit vor. Eigentlich war geplant, dass ich möglichst lange draußen bleibe, aber der frühe Boxenstopp war alternativlos.“

Auch für den erfahrenen Piloten war die Situation völlig neu.

„Ich bin inzwischen deutlich mehr als 300 Rennen gefahren, aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Noch nie musste ich wegen fehlender Sicht früher in die Box kommen.“

Am Ende belegten Pommer und Larsen im zweiten Rennen den neunten Platz.

Voller Angriff beim Saisonfinale
Besonders enttäuschend war der Verlauf des Sonntags, da Pommer und das Team gerade im zweiten Rennen mit einem Angriff auf die Spitzenpositionen gerechnet hatten.

„Die Geschwindigkeit für ein Topresultat war vorhanden. Leider kamen mehrere Dinge zusammen, die normalerweise nicht passieren. Das waren auch Defekte, für die das Team nichts konnte. Manchmal hat man einfach ein Wochenende, an dem alles gegen einen läuft.“

Trotz der Enttäuschung richtet Pommer den Blick bereits auf das noch ausstehende Saisonfinale.

„Wir können es nicht mehr ändern. Jetzt bleibt uns noch ein Rennwochenende, und dort werden wir noch einmal voll angreifen.“

                                                                                                                      
Text: Motorsport-Karriere.de
Fotos: fotocar13