| 12. September 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |
Mit dem Saisonfinale in Spa-Francorchamps ist für Markus Pommer am vergangenen Wochenende die Saison im Prototype Cup Europe zu Ende gegangen. Mit den Plätzen fünf und sechs blieb der 35-Jährige zum Abschluss hinter den erhofften Ergebnissen. Trotz einer schwierigen Saison zeigte Pommer mehrfach, dass die Geschwindigkeit für die Spitze weiterhin vorhanden ist.
Spa-Francorchamps. Schon vor dem letzten Rennwochenende war klar, dass die Saison für Markus Pommer nicht den Verlauf genommen hatte, den er sich zu Beginn des Jahres erhofft hatte. Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Mads Kjelde Larsen und BWT Mücke Motorsport wollte der zweimalige Champion im Prototype Cup wieder um Spitzenpositionen kämpfen.
Dass die Geschwindigkeit dafür grundsätzlich vorhanden war, zeigte Pommer mehrfach. Auch beim Saisonfinale in den Ardennen war er bereits in den Trainings gut unterwegs.
Im Qualifying wurde die Reifenwahl auf zunächst noch nasser, aber zunehmend abtrocknender Strecke zum entscheidenden Faktor. Pommer entschied sich gemeinsam mit dem Team für Regenreifen – und der Poker wäre beinahe aufgegangen.
Bis zur letzten Runde lag er auf einem der ersten beiden Plätze. Pommer wurde jedoch als einer der ersten Fahrer abgewinkt, während mehrere Konkurrenten auf Slicks noch eine Runde fahren und die sich weiter verbessernden Bedingungen nutzen konnten. Am Ende blieb Startplatz fünf.
„Der Poker wäre fast aufgegangen. Ich war bis zur letzten Runde immer auf Platz eins oder zwei. Dann wurde ich als Erster abgewinkt und einige Fahrer auf Slicks konnten sich noch verbessern. Natürlich ist das schade. Es war aber eine Entscheidung von mir und vom Team, die genauso gut hätte funktionieren können“, blickt Pommer zurück.
Platz fünf zum Auftakt
Im ersten Rennen übernahm zunächst Teamkollege Mads Kjelde Larsen das Fahrzeug, ehe Pommer für seinen Stint ins Cockpit wechselte.
Auf Position fünf liegend konnte Pommer anschließend konstant schnelle Runden fahren und den Abstand nach vorne verkürzen. Für einen Angriff reichte es jedoch nicht mehr. Gleichzeitig entstand nach hinten eine größere Lücke, sodass sich für Pommer ein weitgehend einsames Rennen entwickelte.
Nach der Renndistanz stand Platz fünf zu Buche.
Starker Start im letzten Saisonrennen
Im zweiten und damit letzten Rennen der Saison saß Pommer beim Start selbst am Steuer. Mit einer starken Reaktionszeit kam er hervorragend weg und attackierte auf der Innenbahn in Richtung La Source.
Kurzzeitig kämpfte Pommer sogar ganz vorne mit. Beim Herausbeschleunigen brach jedoch das Heck seines Duqueine aus. Er musste korrigieren und sich anschließend wieder auf Position fünf einordnen.
Im weiteren Rennverlauf steckte Pommer im Verkehr fest. Die verwirbelte Luft hinter dem vorausfahrenden Fahrzeug machte es schwierig, nah genug für einen Angriff heranzukommen. Hinzu kam eine zunehmend verschmutzte Frontscheibe, sodass Pommer teilweise versetzt fahren musste, um ausreichend Sicht zu behalten.
Nach dem Fahrerwechsel und den unterschiedlichen vorgeschriebenen Boxenstandzeiten der Fahrerkombinationen verschob sich das Klassement erneut. Für Pommer und Larsen endete das letzte Rennen des Jahres schließlich auf Rang sechs.
Eine Saison unter den eigenen Erwartungen
Damit ging in Spa eine Saison zu Ende, die Pommer mit gemischten Gefühlen zurücklässt. Das selbst gesteckte Ziel wurde nicht erreicht. Gleichzeitig sieht der erfahrene Prototypen-Pilot seine eigene Leistung deutlich positiver, als es die reinen Ergebnisse vermuten lassen.
Immer wieder war die Geschwindigkeit vorhanden. Doch technische Probleme, Rennverläufe und strategische Situationen verhinderten mehrfach, dass daraus entsprechende Resultate wurden.
Das deutlichste Ausrufezeichen setzte Pommer am Nürburgring. Dort fuhr er im Qualifying eindrucksvoll auf die Pole Position und zeigte, dass er weiterhin zu den schnellsten Fahrern im Feld gehört.
„Unser Ziel haben wir dieses Jahr nicht erreicht und natürlich habe ich mir mehr versprochen. Mit meiner persönlichen Leistung bin ich unterm Strich aber zufrieden. Gerade am Nürburgring habe ich mit der Pole Position deutlich gezeigt, dass ich es noch kann. Ich habe nichts verlernt.“
Auch bei anderen Saisonstationen war mehr möglich. Doch immer wieder fehlte im entscheidenden Moment das nötige Quäntchen Glück.
„Wenn es einmal richtig gut lief, kam häufig wieder etwas dazwischen. In Monza hatten wir beispielsweise einen technischen Defekt. Jetzt in Spa hatten wir den Reifenpoker, der fast aufgegangen wäre. Es ist schade, dass wir in diesem Jahr nicht einmal dieses bisschen Glück auf unserer Seite hatten.“
Starkes Feld und schwierige Ausgangslage
Gleichzeitig verweist Pommer auf die hohe Qualität des Starterfeldes und die unterschiedlichen Fahrerkonstellationen. Während er sich das Auto mit Rookie Mads Kjelde Larsen teilte, traten andere Fahrer allein oder in Kombinationen an, die aufgrund ihrer Einstufung bei den vorgeschriebenen Boxenstandzeiten Vorteile hatten.
„Es waren einige sehr, sehr starke Fahrerkombinationen dabei. Gleichzeitig gab es Konstellationen, bei denen das Reglement eher gegen uns gearbeitet hat. Das gehört dazu und soll keine Ausrede sein. Insgesamt hat in diesem Jahr einfach das Gesamtpaket gefehlt.“
Für Pommer ist die Saison damit vorerst beendet. Nach den vergangenen Rennwochenenden steht nun zunächst eine Pause auf dem Programm.
„Jetzt ist erst einmal Winterpause und es heißt Kraft tanken. Ich freue mich darauf, wenn es wieder weitergeht. Vielleicht ergibt sich in diesem Jahr noch spontan die Möglichkeit, ein Rennen zu fahren. Aber vorerst ist meine Saison jetzt zu Ende.“
Trotz einer Saison ohne die erhofften Ergebnisse bleibt damit vor allem eine Erkenntnis: Die Geschwindigkeit war da. Die Pole Position am Nürburgring und Pommers Auftritte über die Saison haben gezeigt, dass mit ihm auch weiterhin zu rechnen ist.
Mehr Informationen zu Markus Pommer und seiner Saison im Prototype Cup Europe finden Sie unter: www.markus-pommer.de
Text: Motorsport-Karriere.de
Fotos: Nico Mombaerts
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